Gipelmesse zu Ehren des seligen Engelbert Kolland

Gipelmesse zu Ehren des seligen Engelbert Kolland

Vor zehn Jahren wurde von den Kapaunser Tourenfreunden die Idee geboren, im Winter eine Bergmesse zu Ehren des Zillertaler Seligen Engelbert Kolland zu feiern. Am 3. März wurde diese Messe nunmehr zum 10. Mal auf dem Mannskopf gefeiert.

Diesmal traf die Bergrettung Kaltenbach alle wichtigen Vorbereitungen.

In der Predigt dachte Dekan Steinwender über den Evangeliumssatz nach: „Wenn ein Blinder einen Blinden führt, fallen dann nicht beide in die Grube.“ Steinwender machte einen Vergleich zwischen Alpinistik und Glaubensleben. Bei schwierigen Bergtouren brauche man einen Bergführer, der das Ziel kenne, den Weg wisse, die Gefahren und die eigenen Kräfte einschätzen könne, der motiviere und vorangehe.

Im
Glaubensleben sei es ähnlich. Wir sind als Gläubige gerufen, im Leben
aufzusteigen, von der Natur zur Übernatur, von der Materie zum Geist,
wir sollen unsere Vergänglichkeit mit Unvergänglichkeit, unsere
Sterblichkeit mit Unsterblichkeit bekleiden (siehe Lesung aus dem
Korintherbrief).

Dabei
sei die Führung noch wichtiger, weil das Leben einmalig sei, man könne
weder auf Probe leben, noch auf Probe lieben, noch auf Probe sterben.

Wer sich im Glauben führen lasse, werde freier, erfüllter, sehender und könne auch selbst zum Führer werden.

Steinwender stellte dann den Gläubigen den Seligen Engelbert Kolland, den einzigen Märtyrer der Erzdiözese Salzburg, vor Augen. Dieser sei ein einfach Zillertaler gewesen mit besonderen Begabungen und auch Schwächen. Er habe sich ganz auf den Ruf Gottes eingelassen, so sei er durch die Gnade Gottes gewachsen und ein Seliger geworden. Er ist uns geschenkt als Seliger, um uns zu helfen, das Ziel des Lebens zu erkennen, den Aufstieg zu Gott zu wagen und den Mut zum Glauben zu haben. Engelbert Kolland zeige uns, dass jeder einfache Gläubige durch die Führung Gottes an seinem Platz im Leben heilig werden könne.

Abschließend
verwies Steinwender darauf, dass die Heilige Messe ein Gipfel und eine
Quelle sei, ein geistlicher Gipfel, weil man dem Herrn selbst,
unserem Ursprung und Ziel begegne und eine Quelle der Kraft für das
Glaubensleben im gewöhnlichen Alltag.

Nach der Messe, die von zwei Bläsern umrahmt wurde, lud Martin Dornauer zu einem gemütlichen Beisammensein mit Essen und Getränken auf der Kapaunsalm ein. Die Bergrettung Kaltenbach versorgte alle Tourengeher bestens.