Heilige Messe für verstorbenen Bischof Aichern
Heilige Messe für den verstorbenen Bischof Maximilian Aichern
Am 31. Jänner 2026 ist der Linzer Altbischof Maximilian Aichern in Linz verstorben (zur Parte). Da ich ihn persönlich kannte, möchte ich ein paar Worte über ihn schreiben. Nebenbei bemerkt, Bischof Aichern hat als Abt unsere Obfrau der Engelbert Kollandgemeinschaft, Herlinde Krucker gefirmt. Ich habe Bischof Aichern, als ich in Salzburg Bischofschauffeur war, bei verschiedenen Gelegenheiten kennengelernt.
Bischof Aichern ist 1932 in Wien geboren und trat 1954 im Stift St. Lamprecht ein. Pfarrer Paul Öttl war auch einige Zeit sein Studienkollege. Wenn ich ihn bei der theologischen Sommerakademie traf, bat er mich immer, Grüße an Mitbruder Paul auszurichten. Im Jahre 1964 wurde er zum Abt-Koadjutor und 1977 zum Abt von St. Lamprecht gewählt. Von 1982 bis 2005 war er Bischof von Linz. Er dürfte gedrängt worden sein, das Bischofsamt von Linz trotz innerer Widerstände zu übernehmen.
Eine besondere Begegnung hatte ich mit ihm 2002 in Sarajewo, wo er als Vertreter der österreichischen Bischofskonferenz bei einer Vorveranstaltung zum mitteleuropäischen Katholikentag teilnahm.
Ich hielt dort ein Referat über das Thema Glaubenszeugnis in einer pluralistischen Gesellschaft. Wir sprachen nachher darüber, wobei ihn die Analyse über das Eindringen des Relativismus‘ in der nachkonziliaren Zeit etwas betroffen machte, was er mir anschließend sehr höflich und vornehm vermittelte.
Als wir am Abend nicht heimfliegen konnten wegen starken Nebels, mussten wir eine Nacht länger bleiben und Bischof Aichern lud alle Teilnehmer zum Abendessen ein. Dabei erzählte er mir sehr viel über meine Heimat Lungau und Geistliche, die in seiner St. Lamprechter Zeit im Lungau gewirkt hatten. Er war auch öfters als Aushilfspriester in Lungauer Pfarren gewesen. Damals hat mich schon sein unglaubliches Personengedächtnis beeindruckt.
Im August vorigen Jahres war ich in der Nähe von Linz auf Urlaub und stattete dem Altbischof einen kurzen Besuch ab. Es war Samstags Vormittag. Er hatte einen Besuch aus Wien da und bereitete sich auf die Messfeier vor. Körperlich war er schon sehr gebrechlich und erzählte mir von seinen Leiden, aber geistig war er völlig fit. Ich staunte über sein phänomenales Gedächtnis. Er fragte mich, wie es meinen Nachbarpfarrern gehe und wir sprachen auch über die Begegnung in Sarajewo. Am Schluss gab er mir den bischöflichen Segen.
Manche Zeitungen berichteten, Bischof Maximilian habe mit seiner eher liberalen Amtsführung den sogenannten „Linzer Weg“ begründet. Ich glaube, dass Bischof Maximilien ein treuer Priester und guter Seelsorger war. Vielleicht war diese Entwicklung mehr dem diözesanen Apparat geschuldet, sodass sicher manches begonnen hat, das inzwischen immer mehr ausufert.
In Linz ist das nachkonziliare Abdriften vom genuin Katholischen in Liturgie, Praxis und Theologie sehr weit fortgeschritten. Wohin dieser Weg führen wird, könnte man am Beispiel Holland ablesen.
Wir werden morgen, Montag, den 9. Februar um 07.00 Uhr die Messe für Bischof Maximilian feiern.
Ignaz Steinwender
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