O Jesus, ewiger Priester, bewahre diesen Deinen
Priester im Schutze Deines Heiligsten Herzens,
wo keiner ihm schaden kann.
Bewahre seine gesalbten Hände unbefleckt, die
täglich Deinen heiligen Leib berühren.
Bewahre rein die Lippen, die gerötet sind von
Deinem kostbaren Blut.
Bewahre sein Herz rein und unirdisch, das gesiegelt
ist mit dem erhabenen Zeichen Deines
glorreichen Priestertums.
Lass ihn wachsen in der Liebe und Treue zu Dir
und schütze ihn vor der Ansteckung der Welt.
Gib ihm mit der Wandlungskraft über Brot und
Wein auch die Wandlungskraft über die Herzen.
Segne seine Arbeit mit reichlicher Frucht und
schenke ihm dereinst die Krone des ewigen Lebens.
Amen.
Hl. Therese von Lisieux
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» Spannendes Interview zum Priesterjahr!
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Gedanken zum Priesterjahr von Bettina Rahm
In Wahrheit gibt es nur einen Priester: Jesus Christus, er bringt Gott nicht nur das Opfer dar, sondern ist selbst das vollkommene Opferlamm. Er ist das Haupt seiner Kirche, die zugleich sein mystischer Leib ist. Durch unsere Zugehörigkeit zur Kirche werden wir dieser Einheit mit Christus teilhaftig und haben Anteil am so genannten allgemeinen Priestertum, zu dem alle Gläubigen berufen sind. Im Jahr des Priesters denken wir aber vor allem an das besondere Priestertum, an die geweihten Männer, die ihr Leben ganz, uneingeschränkt Christus schenken. Durch die Sendung und Bevollmächtigung der Apostel und die apostolische Sukzession (das heißt die ununterbrochene Weitergabe dieser Vollmachten durch Handauflegung von Bischof zu Bischof) sind alle Bischöfe Stellvertreter Christi in ihrer Teilkirche. Der Stellvertreter Christi für die universale Kirche, also alle Teilkirchen oder Ortskirchen zusammen ist der Papst.
Da der Bischof zwar der Hirte der ihm anvertrauten Gläubigen ist, aber nicht in allen Gemeinden tatsächlich die Verkündigung, die Sakramentenspendung und die Seelsorge leisten kann, beauftragt er Priester, die als seine Mitarbeiter und Repräsentanten in der Gemeinde diese Aufgaben übernehmen. Auch sie sind durch die Einheit mit dem Bischof und dem Papst in ihrer Amtsausübung Stellvertreter Christi.
Im kirchlichen Dienst des geweihten Priesters ist Christus selbst zugegen, der Priester spricht und handelt also „in persona Christi“. So wird durch den Priester auch die wirkliche Gegenwart des Herrn in der Gemeinde sichtbar und er steht an Seiner statt am Altar. Diese Tatsache gibt uns auch die Gewissheit, dass die persönlichen Sünden des Priesters (und vor diesen ist er leider auch durch die Weihe nicht gefeit) die Gültigkeit der Sakramente und die durch sie wirksam werdenden Gnaden nicht beeinflussen.
Bei der Priesterweihe wird wie bei der Taufe und der Firmung ein unauslöschliches Siegel in die Seele des Weihekandidaten geprägt. So wie das Siegel der Taufe bestehen bleibt, selbst wenn man von der Kirche austritt, so gehört ein Priester, selbst wenn er aufgrund schwerer Verfehlungen sein Amt nicht mehr ausüben darf, im Herzen immer Gott.
Das Vorbild vieler Heiliger lehrt uns die wahre Kostbarkeit eines Priesters zu erkennen. Nur er kann uns das Kreuzesopfer Christi am Altar vergegenwärtigen, nur er schenkt uns die bleibende Gegenwart Christi im Allerheiligsten Altarsakrament, nur er spricht uns im Namen Christi los von unseren Sünden, nur er stärkt uns in Angesicht des Todes durch die Wegzehrung. Das ist in der Tat ein großes Geheimnis, leider verstehen viele Menschen immer weniger, was der Priester wirklich ist.
Vielleicht bedarf es auch des derzeitigen zahlenmäßigen Rückgangs der Priester, damit wir ihren Wert wieder mehr erkennen und schätzen. Wir schulden den Priestern Respekt, Ehrfurcht und Gehorsam und vor allem unser Gebet. Andererseits dürfen wir von ihnen erwarten, dass sie sich ihrer großen Aufgabe und Verantwortung gemäß verhalten. Sie sind zwar in der Welt, doch nicht von der Welt – und das muss man merken. Deshalb ist auch eine gewisse Distanz zu weltlichen Dingen angemessen. Was wir wirklich brauchen sind heiligmäßige Priester, so vom Kaliber eines Pfarrers von Ars, wir werden sie an ihren Früchten erkennen.
Das von Papst Benedikt ausgerufene Priesterjahr hat den Sinn, die Priester in ihrem Dienst für Gott und die Menschen zu (be)stärken und neue Berufungen zu fördern. Dieses Anliegen eint – so glaube ich wenigstens – die meisten von uns mit dem Heiligen Vater und wir dürfen und müssen uns auch ganz konkret fragen, was wir zum Gelingen dieses besonderen Jahres im Zeichen des Priestertums beitragen können, frei nach dem Motto: Sich bemühen und handeln, als hänge alles von uns ab und beten und vertrauen, als hinge alles von Gott ab.
- Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. (Mt 9,38): Machen wir die Priester zu unserm persönlichen Gebetsanliegen, zB durch das tägliche Gebet eines Gesätz Rosenkranz (zB Jesus, der uns den Heiligen Geist gesandt hat)
- Hören wir auf der Stelle auf, über den Priestermangel zu jammern. Zu Zeiten der Apostelgeschichte bestand das Priestertum aus zwölf einfachen Männern aus Galiläa, einem gewissen Paulus und einigen seiner Schüler und niemand beklagte sich über den Priestermangel!
- Lasst die Kinder zu mir kommen, hindert sie nicht daran. (Mk 10,14): Wir dürfen unsere Kinder nicht um Gott betrügen. Welcher junge Mann gibt sein Leben schon einem Gott, den er nicht kennt?
- Niemals vor Kindern und Jugendlichen (und am besten überhaupt nicht) über Geistliche schimpfen. (Als Lehrerin weiß ich nur zu gut, was das für Auswirkungen haben kann)
- Gemeinschaften, in denen es viel Nachwuchs gibt (zB Zisterzienserstift Heiligenkreuz, Bethlehem-Schwestern) als Vorbilder nehmen, nach ihrem Erfolgsrezept fragen, sie finanziell und durch das Gebet unterstützen
- Die Sakramente (vor allem auch das Bußsakrament) würdig empfangen, sich im Glauben weiterbilden, der Kirche treu sein, als Bestärkung für unsere guten Priester
- Einschränkungen, die durch die geringere Anzahl von Priestern auf uns zu kommen könnten (weniger Gottesdienste, andere Gottesdienstzeiten) für einen echten Neubeginn aufopfern
- Ja zu Kindern sagen (Woher sollen denn die Priester sonst kommen?)
- Jungen Menschen zu geistlichen Highlights verhelfen, zB Papstbesuch, Priesterweihe, Jugendtreffen in Kundl, Wallfahrtsorte, Osternachtsliturgie, Fronleichnamsprozession, Goldenes Priesterjubiläum, …
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